Auflistung (inkl. deutsche & irische) Countrytitel ohne The, Das, Der, oder Die. Stand: 30.12.2017

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Stilrichtungen der Countrymusic in einer Übersicht:

AmericanaBluegrassCountry-PopCountry-RockHonky TonkNashville SoundNeo-TraditionalismusNew American CountryOutlawRockabillyTex-Mex
Emmylou Harris
Emmylou Harris

Unter Americana versteht man vor allem sozialkritische, auf American-Folk-Motiven aufbauende Musik amerikanischer Liedermacher, die teilweise kommerzielle Erfolge verbuchen konnten. Anders als der im Nordwesten der USA noch stärker verwurzelte traditionelle Folk britisch-irischer Herkunft zeigt Americana starke Einflüsse der Rock- und Südstaatenmusik. Viele Künstler dieser Szene reihen sich selbst unter die Country-Sänger ein, manche veröffentlichten immer wieder reinrassige Country-Alben. Zu letzteren zählen unter anderem Emmylou Harris, Rodney Crowell, Mary Chapin Carpenter oder Kelly Willis. Wird auch als Alternative Country oder Roots Rock bezeichnet.

Ricky Skaggs
Ricky Skaggs

Der heute gebräuchliche Name geht auf die Blue Grass Boys, die Band von Bill Monroe († 9. September 1996) zurück, der als Urgestein der kommerziellen Bluegrass-Musik gilt. Weitere stilbildende Musiker des Bluegrass der Gründerjahre waren der Banjospieler Don Reno († 16. Oktober 1984), The Stanley Brothers, Bobby und Sonny Osborne, Jim und Jesse McReynolds und Bands wie Hylo Brown & the Timberliners. Aus dem Bluegrass entwickelte sich in den 60ern der Newgrass, der auch moderne Stilelemente übernahm und mit der Gruppe New Grass Revival während der 80er Furore machte. Wichtige Vertreter des heutigen Bluegrass sind beispielsweise Alison Krauss, Sam Bush, Tim O’Brien, Ricky Skaggs, Rhonda Vincent und Del McCoury. Bluegrass ist in den USA nach wie vor sehr populär und auch kommerziell erfolgreich. Bluegrass-Motive sind in der modernen Country-Musik allgegenwärtig, ein typisches Beispiel hierfür sind die älteren Werke der Dixie Chicks.

Kenny Rogers & Dolly Parton im Repertoire von DJ Mirko Bad Urach
Kenny Rogers & Dolly Parton

In den 1970er Jahren hatten Popeinflüsse in der Country-Musik die Oberhand gewonnen. Interpreten wie Linda Ronstadt, Kenny Rogers, Barbara Mandrell oder Lee Greenwood beherrschten die Szene. Höhepunkt war Anfang der 1980er die Urban Cowboy Bewegung, die durch den gleichnamigen Film ausgelöst wurde. Die Verschmelzung mit der Popmusik war kommerziell außerordentlich erfolgreich. Diese Stilrichtung ist eine „weiche“, an Popmusik orientierte Seite der Country-Musik, die je nach Mode mehr oder weniger in den Vordergrund tritt. Beispiele sind unter anderem der Nashville Sound, der Ende der 50er bis weit in den 60ern die kommerzielle Country-Musik-Produktion bestimmte. In den 70ern wurden Country-Songs immer mehr auch in den Pop-Charts gespielt (z. B. Dolly Parton oder John Denver († 12. Oktober 1997), oder Popmusiker nahmen Country-Songs auf. Diese Tradition wurde in den 80ern fortgeführt. Beispiele hierfür sind Brantley Gilbert, Kenny Rogers, Don Williams († September 2017), Conway Twitty († 5. Juni 1993), Crystal Gayle, Janie Fricke, Lee Greenwood oder Ronnie Milsap. Einige weibliche Interpreten, die während der 90er stark vom Neo-Traditionalismus geprägt waren, wandten sich später verstärkt dem Country- aber auch dem Mainstream-Pop zu (Shania Twain, Faith Hill, LeAnn Rimes).

Brooks & Dunn
Brooks & Dunn

Der Country-Rock verbindet die Musikgattungen des Outlaw und Southern Rock mit Rockabilly und traditionellem Blues. Stark behaupten konnte sich der Rock in der modernen Line-Dance-Szene, die in innigem Austausch mit dem Country-Mainstream steht. Auch der neotraditionelle Honky Tonk wurde teilweise vom Country-Rock beeinflusst. Bekannte Interpreten sind beispielsweise Alabama, Linda Ronstadt oder The Byrds. Die moderne Country-Music (New-American-Country) der Hitparaden ist teilweise stark mit Rockelementen angereichert, Beispiele hierfür sind Keith Urban, Brooks & Dunn oder Lonestar. Im Umkreis des Country-Rocks bewegen sich neben den bereits unter Outlaw und Rockabilly erwähnten Interpreten auch Bands wie die Eagles, Dire Straits oder die stark vom Southern Rock beeinflusste Nitty Gritty Dirt Band.

George Strait
George Strait

Der Honky Tonk (umgangssprachlich für Kneipe, Bar) entstand in den Clubs und Dance Halls rund um die texanischen Ölfelder. Als Stilrichtung der neo-traditionellen Countrymusik ist der Honky Tonk auch heute noch von elementarer Bedeutung und exemplarisch für die Country-Musik in Texas und Oklahoma. Seine heutige Prägung erhielt er beispielsweise durch Hank Williams Sr. († 1. Januar 1953), Bob Wills († 13. Mai 1975), und Merle Haggard. Instrumental ist er gekennzeichnet durch Fiddles, Honky-Tonk-Pianos und eine breite Palette von Gitarren (Elektrobässe, elektrische Slide- und Pedal-Steel-Gitarren, vereinzelt auch Dobros). Vertreten ist der Honky-Tonk-Stil bei nahezu allen Neo-Traditionalisten, zum Beispiel David Ball, David Lee Murphy, Jeff Carson, Mark Chesnutt, Tracy Byrd oder George Strait.

Steve Wariner
Steve Wariner

Ab Mitte der 50er verlor die Country-Musik gegenüber dem Rock ’n’ Roll dramatisch an Boden. Einflussreiche Produzenten wie Chet Atkins († 30. Juni 2001), und Owen Bradley († 7. Januar 1998) begannen daraufhin, die ungeschliffene Musik zu glätten, um sie so einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Das Ergebnis war ein weicherer Sound, der oft durch Hintergrund-Chöre verstärkt wurde. Klassische Country-Instrumente wie Fiddle oder Steel-Gitarre wurden nur noch selten eingesetzt. Während in den 50ern und 60ern noch die Traditionalisten vorherrschten, nahm Mitte der 70er der Country-Pop überhand und verhalf dem Nashville-Sound zum Durchbruch. Viele Traditionalisten wie George Jones († 26. April 2013), oder Loretta Lynn passten sich dem neuen Umfeld an. Andererseits schwenkten viele Künstler später auf den Neo-Traditionalisten-Boom ein, unter anderem Ricky Van Shelton, Steve Wariner, Dolly Parton und Kenny Rogers. Die Urban-Cowboy-Welle war geprägt von melodiösem Country-Pop im Nashville-Sound, Streicherkulisse und dem Einsatz von Synthesizern.

Randy Travis
Randy Travis

Der Name „Neo-Traditionalismus“ wurde erstmals 1986 verwendet, als mit Randy Travis, Steve Earle, Lyle Lovett eine Gruppe junger Nachwuchsmusiker die Szene betrat, die mit traditionsorientierter Musik auf sich aufmerksam machte. Ein Trend, der Anfang der 1980er Jahre von Musikern wie George Strait, John Anderson oder Ricky Skaggs eingeleitet worden war, entwickelte sich zu einer eigenständigen Stilrichtung. Die Neo-Traditionalisten trafen auf eine aufnahmebereite Musikindustrie, denn die Schallplattenumsätze waren mit Abflauen des Urban-Cowboy-Booms massiv eingebrochen. Unterstützt wurden sie von Produzenten wie Jimmy Bowen und Tony Brown, später von Keith Stegall. Ricky Skaggs brachte mit seinem damaligen Gesangespartner Keith Whitley Bluegrass-Elemente ein, Steve Earle war Nachfolger der Outlaw-Bewegung und John Anderson hatte Ähnlichkeiten mit Lefty Frizzell. Die O’Kanes waren mit Gitarrenfolk und Satzgesang erfolgreich. Besonders erfolgreich waren auch die

The Judds
The Judds

Judds, die mit Swing, Blues und Country experimentierten. Randy Travis verkörperte den bodenständigen Charakter. Ende der 80er Jahre formierte sich die Gruppe Shenandoah, die mit ihrer Musik ebenfalls zum Aufschwung der Neo-Traditionalisten beitrug. Ende der 1980er Jahre spielte sich eine neue Generation in den Vordergrund. Musiker wie Reba McEntire, Vince Gill, Steve Wariner oder Clint Black öffneten das Genre für Einflüsse aus anderen Stilrichtungen, insbesondere für Rock, Rock’n’Roll, Blues und Swing. Damit waren die Fundamente für das New Traditionalist Movement gelegt, dessen Superstar

Garth Brooks
Garth Brooks

Garth Brooks die Country-Musik während der 1990er Jahre zur beliebtesten Musikrichtung in den USA machte. Etwa zur gleichen Zeit hatte das Country-Duo Brooks & Dunn erste Erfolge. In ihrem Gefolge gelang vielen Traditionalisten der Durchbruch an die Spitze der Charts. Die wegen ihrer breitkrempigen Stetson-Hüte Hat-Acts genannten Interpreten um

Alan Jackson, Tracy Lawrence, Mark Chesnutt und Tracy Byrd prägten den Sound der 1990er Jahre, der neben Honky Tonk, stimmungsvollen Balladen und Country-Rock auch den Western Swing zu neuem Leben erweckte. Plötzlich waren Künstler wie Merle Haggard und Waylon Jennings wieder gefragt, alte Hits wurden in schmissiger Neuauflage auf den Markt geworfen und Tribute-Platten feierten Hochkonjunktur. Typisch für die Neo-Traditionalisten war der kommerzialisierte „Slick Sound“, der sich für jede Disco eignete. Mitte der 1990er Jahre hatte Garth Brooks nach wenigen Jahren im Geschäft mehr als 150 Millionen Platten verkauft, die Labels erzielten mit Country-Musik Rekordumsätze. Trotz einiger Anstrengungen ließ sich das Phänomen nicht auf Europa übertragen, wohl aber auf Kanada, Australien und Neuseeland. Im Laufe der Zeit etablierten sich Künstler wie Little Texas, Trisha Yearwood oder Jo Dee Messina, die Popelemente mit traditionellen Motiven verschmolzen und Country für die breite Masse attraktiver machten. Trotz einer vor allem weiblich geprägten Popwelle gegen Ende der 1990er Jahre blieb der neotraditionelle Musikstil innerhalb der Country-Musik bis heute tonangebend. Künstler wie Gretchen Wilson, Dierks Bentley oder Brad Paisley erzielen mit dieser Art von Country-Musik hohe Umsätze.

Alan Jackson
Alan Jackson

Zu den derzeit aktuellen Interpreten der New-American-Country-Music zählen unter anderem: Brett Eldredge, Luke Bryan, Sam Hunt, Zac Brown Band, Eric Church, Florida Georgia Line, Maddie & Tae, Little Big Town, Alan Jackson, Jason Aldean, Brantley Gilbert, Kip Moore, Kacey Musgraves, Chris Stapleton, Jason Isbell, Chase Rice, Kelsea Ballerini, Willie Nelson & Merle Haggard, Cole Swindell, Carrie Underwood, Darius Rucker, Lady Antebellum … (erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit).

Johnny Cash
Johnny Cash

Anfang der 60er hatten in Nashville die Produzenten mehr und mehr an Macht gewonnen. Die eigentlichen Interpreten hatten kaum noch Einfluss auf die musikalische Gestaltung und Songauswahl. Einige Stars, allen voran Waylon Jennings († 13. Februar 2002), Willie Nelson, Johnny Cash († 12. September 2003), und Kris Kristofferson auch als „The Highwaymen“ bekannt, begannen daraufhin, ihre Platten selbst zu produzieren. Es schlossen sich immer mehr Musiker an, und die Outlaw-Bewegung beherrschte die Szene. Seit den 80ern überwiegen kantig-rockige Titel, eigenwillige Texte und nicht selten rauhe Stimmen. Typische Vertreter sind Hank Williams, Jr., Steve Earle, Charlie Daniels oder die Kentucky Headhunters. Sie alle gelten als die Pioniere des modernen Country-Rock und werden der traditionsverhafteten Southern-Rock-Szene zugerechnet, die im Vorfeld der Country-Musik nahe an den Wurzel der Rockmusik angesiedelt ist (Roots Rock, Traditional Blues und Rock ’n’ Roll) und in der sich auch Bands wie Lynyrd Skynyrd oder Interpreten wie John Fogerty bewegen.

Carl Perkins
Carl Perkins

Rockabilly war die erste rein weiße Spielart des Rock ’n’ Roll und entstand, als junge weiße Musiker den schwarzen Rhythm & Blues interpretierten und mit Countryelementen vermischten. Typische Vertreter dieser Stilrichtung waren neben dem frühen Elvis Presley († 16. August 1977 in Memphis), auch Carl Perkins († 19. Januar 1998), Eddie Cochran († 17. April 1960), und Gene Vincent († 12. Oktober 1971). Die Rockabilly-Musik erlebte ein Revival in der Country-Musik der 90er, stark vertreten ist sie in der Musik von Billy Ray Cyrus und Carlene Carter. Wichtige Vertreter des gesetzteren Country-Blues sind Travis Tritt, Lee Roy Parnell und Wynonna Judd, die aus dem Countryduo The Judds hervorging. Nicht zu vergessen sind auch The Baseballs, Imelda May und die Badland Slingers (die Könige des Ruhrpott Rockabilly).

The Lennerockers (gegründet Anfang Februar 1984 von Michael Ele Koch), waren eine deutsche Band aus Hagen-Hohenlimburg. Die Band wurde dem Rockabilly/Rock’n’Roll zugerechnet. Seit ihres Bestehens absolvierten sie bisher über 2250 Auftritte und verkauften über 60.000 Tonträger. Auf Ihrer Webseite gab die Band mittlerweile ihre Auflösung zum 31.12.2016 nebst dem obligatorischen Abschiedskonzert bekannt.

Update: Die beiden in Hohenlimburg an der Lenne geborenen Brüder Michael Ele und Stefan Koch sind seit 1984 in Sachen Rock`n`Roll gemeinsam unterwegs. Sie haben mit ihrer Band „The Lennerockers“ über 2500 Konzerte in mehr als 20 Ländern gegeben, über 60.000 Tonträger verkauft und sogar einen Weltrekord aufgestellt (siehe Guinness World Records 2003, S.258 „Höchstes Konzert“). Die markante Stimme von „Ele“ (Michael Koch), die beeindruckende Piano-Performance von „Teddy“ (Stefan Koch), sowie der überwiegende Teil des Songwritings, haben über Jahrzehnte den Sound dieser Formation geprägt. Szene-Hits wie „High Class Lady“, „Far From The Charts“, „Boogie Woogie Queen“, „Whiskey Girl“ und „Women, Booze and Rock`n`Roll“ werden von unzähligen Rock`n`Roll- und Countrybands in Europa gecovert. Die Choreographie „My New Life“ zu dem Song „High Class Lady“ wird weltweit von Line-Dancern unter anderem aus Asien, Europa, Nordamerika und sogar Australien begeistert getanzt. Nach der Auflösung der etablierten Formation zum Ende des Jahres 2016 ergiffen die Brüder die Chance, sich ab 2017 für die kommenden Jahre neu aufzustellen: Die Geburtsstunde der LenneBrothers Band!

Freddy Fender
Freddy Fender

In den USA verbreitet im Südwesten und in Texas. Wird auch als Norteño oder Tejano bezeichnet. In den USA gibt es eine Reihe bekannter Tex-Mex Stars wie Freddy Fender († 14. Oktober 2006), Flaco Jiménez, und dessen Bruder Santiago Jiménez, Janie C. Ramírez, Sister Morales, Texas Tornados und viele andere, vorwiegend Gruppen, die als Conjuntos bezeichnet werden. Die Musik besteht vorwiegend aus Balladen, Polkas, Boleros und Rancheras. Aus dem Tex-Mex-Umfeld stammen auch einige bekannte Neo-Traditionalisten, wie etwa Rick Trevino, Johnny Rodriguez oder der in beiden Welten beheimatete Emilio Navaira, und das Sir Douglas Quintet gilt mit seinem Gemisch aus Country, Blues, Rock and Roll und Einflüssen aus der Chicano-Kultur als ein wichtiger Vertreter des sog. Tex-Mex-Stils.